Fürsten, Herzöge und Könige waren vom 17. bis ins 19. Jahrhundert der Motor des Theaterlebens in Deutschland. Begeben wir uns auf die Reise zu ihren Theatern, um zu erfahren, was sie uns zu erzählen haben ...
Unsere Fahrt beginnt auf der Insel Rügen. Hier, wo man wunderbar Urlaub machen kann, baute sich Fürst Malte von Putbus eine ideale Stadt, natürlich komplett mit Theater (1821). Das Festland teilten sich damals zwei Herzöge von Mecklenburg. Das Theater in der Hauptstadt von Mecklenburg-Schwerin wurde 1886 neu errichtet und ist heute das künsterische Flaggschiff des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Herzog Adolf Friedrich IV. von Mecklenburg-Strelitz dagegen wollte auch in seiner Sommerfrische Neubrandenburg nicht ohne Schauspielhaus sein und ließ sich bereits 1797 ein Sommertheater errichten, ganz in Fachwerkbauweise. Das große Vorbild war Friedrich der Große, der fünf Theater in Auftrag gab.Von diesen ist heute noch sein Privattheater (1769) im Neuen Palais von Potsdam-Sanssouci zu besichtigen.
Fahren wir weiter nach Süden, betreten wir Goethes Welt. Zuerst das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt, nahe der Händel-Stadt Halle (Saale), das der Dichter 1802 selbst erbaute. Weiter geht es – vielleicht mit einem kleinen Umweg über Weimar – zum Liebhabertheater (1800) der Familie von Stein auf Schloss Kochberg. Und schließlich ins Schlosstheater von Gotha, ins Ekhof-Theater (1681/1775).
Von Gotha, dem Zentrum des deutschen Theaters im 18. Jahrhundert, zum Zentrum des deutschen Theaters im 19. Jahrhundert: Meiningen. Herzog Georg II., der Theaterherzog, schuf hier einen Theaterstil, der europaweit nachgeahmt wurde. Er spiegelt sich heute noch in den großen Bühnenbildern der Zeit, die original erhalten zu sehen sind.
Nicht weit davon, in Bayreuth, treffen wir auf eine Schwester Friedrichs des Großen, Markgräfin Wilhelmine. Sie wollte ihre Residenz aufwerten und ließ das prächtigste Theater nördlich der Alpen bauen, das Markgräfliche Opernhaus. 1748 wurde es eingeweiht, zur Hochzeit ihrer Tochter mit dem Herzog von Württemberg. Kaum hatten die jungen Leute ihre Sommerresidenz Ludwigsburg bezogen, ließen sie auch hier ein Theater einrichten (1758). Ihr Nachbar, Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz, war schneller: Das Rokokotheater in seiner Sommerresidenz Schwetzingen stand schon 1752 bereit.
Ganz kaufmännisch dachte dagegen Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel. Er befahl 1781 den Bau eines "Comoedien Hauses" bei Hanau, um damit Kurgäste in seinen neuen Kurort Wilhelmsbad zu locken. Ähnliches plante auch Fürstbischof Clemens Wenzeslaus in Koblenz, doch überließ er es aus finanziellen Gründen lieber einem Herrn Schmitz, 1787 ein Theater zu bauen und zu betreiben. So endet (oder beginnt) unsere Reise zu historischen Theatern in einem der ältesten Stadttheater Deutschlands.
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Das Neue Palais ...
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